13.07.2011

Das persönliche Gespräch

Das Buch „Das persönliche Gespräch“ von Alexandra Ripken ist eine Überraschung. Nicht nur, weil es die üblichen Fundraisinginstrumente bei der Beschreibung von Fundraising zur Seite lässt, sondern weil die Autorin ihre innere Diskussion zum Thema Fundraising vor dem Leser ausbreitet und sein Mitdenken und -leiden herausfordert. In Ripken ist durch einen doch recht schmerzhaften Erkenntnisprozess am Anfang ihrer Beratungspraxis die Entscheidung gereift, diesen mit den Lesern zu teilen. Dabei legt sie mit einer geradezu schockierenden Selbstverständlichkeit dem Leser ihre Fundraising- und Beratungs-Erfahrungen offen. Für die Non-Profit-Szene absolut ungewöhnlich. Berater, aber auch hauptamtliche Fundraiser, werden Bedenkenträger, Planverschieber, Besserwisser und Zauderer genauso erkennen, wie sich selbst. Das macht das Buch sehr fesselnd, und die an manchen Stellen aufflackernde Selbstironie verstärkt die Lust am Lesen. Aber auch die fachliche Intention, dass Fundraising heute eben mehr ist als Instrument oder Spenderpyramide, kommt beim Leser sofort an. Die Praxisbeispiele aus Deutschland und den USA führen einen schnell zu der Erkenntnis, dass Beziehungen eben nicht nur das halbe Leben sind – besonders im Fundraising. Persönliche Begegnungen können eine Spendenkampagne heute stark beeinflussen und dynamisieren. Lokale und Online-Netzwerke können gemeinsam zu einer Fülle an Kontakten, wertvollen Einsichten und spannenden Partnern führen. Wer dieses Buch gelesen hat, wird wissen, warum.

Matthias Daberstiel


Alexandra Ripken: Das persönliche Gespräch. Wie regionales Fundraising die Weichen für unsere Zukunft stellt. 2011. 155 Seiten. ISBN: 9783000338304. 19,80 €.

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