30.11.2011

Bürgermacht

Gerade in den letzten zwei Jahren ist Bürgermacht zu einem wichtigen Begriff geworden. Zuvor nur am Rande aufgetreten, zeigte sich 2010 und 2011, welchen Einfluss die Menschen nehmen können, wenn sie sich auf den Straßen vereinen. Besonders der unerwartete „Arabische Frühling“, die anhaltenden Proteste gegen die Atompolitik und der unbeugsame zivile Widerstand gegen das Stuttgarter Bahnprojekt haben dazu beigetragen, dass die Protestbewegungen der Bürger zur Regierungsangelegenheit worden.

Doch wie lässt sich diese positive Aufbruchstimmung erhalten? Wie bleiben die Menschen motiviert, neue Wege der Mitgestaltung einzufordern? Das vorliegende Buch von Roland Roth, Professor für Politikwisssenschaft am Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen der Hochschule Magdeburg-Stendal, soll dazu beitragen. Roth beschreibt neben den Ursachen für den Unmut der Bürger auch, wie bürgerschaftliches Engagement funktionieren kann und präsentiert Erfolgsgeschichten zwischen Brandenburg und Brasilien. Abschließend zeigt Roth auf, dass Demokratie erlernbar ist. Dazu geht er den Begriffen Bürgermacht und Bürgerdemokratie auf den Grund, benennt die Fundamente der Bürgerdemokratie und vermittelt, wie bedeutsam es ist, Bürgermacht als politischen Lernprozess zu etablieren.

Denn, um es mit den Worten des Autors aus zu drücken, „Wir werden Bürgermacht nur entfalten, wenn wir bereit sind, unsere all tägliche Lebensweise zu verändern und dem gemeinsamen Handeln mehr Raum zu geben.“

Kurt Manus


Roland Roth: Bürgermacht. Eine Streitschrift für mehr Partizipation. edition Körber Stiftung. 2011. 382 Seiten. ISBN: 9783896840813. 16,00 €

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