14.07.2010
Nachwuchs-Feingeist Fabian F. Fröhlich konvertiert
Wissen Sie, was mich im Sommer richtig nervt? Der Rasenkantenmann! Kaum
will man einen Gedanken denken, schon geht es los: meahhhmmemmemememmeahm meahhm mom – da lag ein Stein – meahmemememem! Im Grund hab ich nichts dagegen, auch nicht gegen das Rasenmähen, aber muss es denn jeden Tag sein? ‚Lass doch das Gras mal wachsen oder nimm wenigstens die alte Gartenschere‘, möchte man rufen. Aber der würde mich nicht hören, denn er hat ja – im Gegensatz zu mir – dicke Ohrenschützer auf!
Solche werd’ ich mir auch zulegen. Der Gewinn an zusätzlicher Freiheit wird unglaublich sein: Weil ich dann ganz offensichtlich nichts hören kann, muss ich auch nicht reagieren, auf gar nichts!
Dieser Effekt lässt sich freilich auch ohne Gehörschutz erreichen, aber zeitverzögert. Wenn wir heute noch die Aktion „Brillen für Afrika“ unterstützen, wird es im Jahr eins nach der Fußball-WM „Hörgeräte für Afrika“ heißen. Und gerade im Stadion und beim Public Viewing wäre der Gehörschutz doppelt wichtig. Denn mal ehrlich, Sprüche wie „Vom Styling her sind uns die Italiener überlegen“, kann Mann doch wirklich nicht ertragen! Kürzlich fl ötete eine angebliche Fußballexpertin mit Schwarz-Rot-Gold lackierten Fingernägeln kurz nach dem Anpfiff : „Es steht ja schon 1:16“. Wir hatten gerade eine Minute sechzehn gespielt …
In solchen Momenten lob ich mir den Islam. Da wird räumlich getrennt zwischen Frauen und Männern. Was in der Moschee funktioniert, geht sicher auch beim Public Viewing. So können die Damen dann ihre Fanfarbenmodenschau abziehen und wir in Ruhe konzentriert das Spiel genießen! In der Öffentlichkeit würde das männliche Auge nicht provoziert durch angeblich modische Accessoires im Trikot-Style. „Die Türkei spielt doch gar nicht mit“, gab ich kürzlich angesichts des neuen Hemdchens unserer Redaktionspraktikantin zu bedenken. „Aber Rot passt am besten zu meinen neuen Slingpömps“, war die Antwort. Burkas für alle! Und bitte sofort!
Liebe LeserInnen dieses Textes, Sie mögen mich jetzt vielleicht für einen Frauenfeind halten – doch das stimmt nicht. Okay, dass wir knapp an einer deutschen Bundespräsidentin vorbeigeschrammt sind, begrüße ich schon sehr. Und dass eine gesetzliche Frauenquote in den Vorstandsetagen die Wirtschaft nach vorn bringt, bezweifele ich off en gestanden auch. Aber so denken auch viele in dieser Redaktion Mitarbeitende weiblichen Geschlechts! Naaa? Das eben war doch ganz korrekt formuliert! Muss man drauf haben als Journalist – in Zeiten wie diesen, wo das Magazin „11 Freunde“ vom Verlag der „Brigitte“ und „Gala“ aufgekauft wird.
Die komplette Ausgabe 4/2010 finden Sie in unserem Archiv.



















