01.12.2008

Schnäppchenjäger Fabian F. Fröhlich ist im Weihnachtsstress

Männer schenken Frauen immer nur das Falsche! Obwohl diese Tatsache seit Urzeiten bekannt ist, funktioniert in meiner Familie nie, was die Praktikantinnen im Büro par excellence beherrschen: die Methode „Dumm stellen schafft Freizeit“. Die Familienmanagerinnen namens Ehefrau, große Tochter, kleine Tochter, Schwieger- und Mutter sowie die Oma erwarten alle Jahre wieder von mir das besondere Geschenk. Dass das teure Topfset zwar ein Topseller ist, aber nicht die Top Ten der weiblichen Wunschliste anführt, habe ich letztes Jahr bitter erfahren müssen. Auch Gutscheine, etwa fürs Fitnessstudio, kommen ganz schlecht an: „Ich bin Dir wohl zu dick?“ Männer zu beschenken, ist deutlich einfacher. Ich wäre mit einer Laser-Handkreissäge von OBI höchst zufrieden (kleiner Hinweis an meine Liebste)!

Aber he, wozu gibt’s denn das Internet? Schöne, individuelle Gaben, die froh und glücklich machen, sind schnell gegoogelt und müssen gar nicht mal teuer sein. Der Ruf des Kuckucks – immerhin der Vogel des Jahres 2008 – als Handyklingelton ist optimal für meine Mutter. Die arbeitet nämlich als Gerichtsvollzieherin. Ab 15 Euro gibt es die moderne Form der Kuckucksuhr, der NABU freut sich über die Spende. Und weil wir schon dabei sind, schenke ich meiner hübschen Kollegin, die sich morgens regelmäßig verspätet, den Gesang der Nachtigall.

Überhaupt sind Tiere gut. Meiner Kleinen könnte ich das Hängebauchschwein vom Tierschutzbund schenken – als Patenschaft natürlich. Als Vegetarierin weiß sie das bestimmt zu schätzen. Die Ziege von Unicef geht aber für meine Schwiegermutter gar nicht, dann lieber doch ein Beauty-Gutschein! Die hübsch gerahmte Schenkungsurkunde über einen Webstuhl – der Stoff aus dem die Selbstbestimmung ist – wäre was für meine pubertierende Tochter. Auch Oma würde dann nicht mehr nörgeln, dass früher die Mädchen noch Nadelarbeiten gelernt hätten. Und meine liebe Ehefrau bekommt eine – nein das kann ich hier natürlich nicht verraten, weil’s ja sonst keine Überraschung mehr ist! Ich sage nur: Seite 28 … Für unsere Nachbarn, große Haus- und Gartenfreunde, finden sich bei Misereor ein paar nützliche Sachen: Setzlinge statt Rasenmäher, Dorfpumpe statt Koi-Teich, Wasserfilter statt Espressoautomat.

Genau so wird’s gemacht! Dieses Jahr bin ich der Weihnachts-Super-Mann. Alles günstig, alles persönlich, alles rechtzeitig besorgt und vor allem: alles einfach zu verpacken! Frohes Fest!

Die komplette Ausgabe Winter/2008 finden Sie in unserem Archiv.

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