01.06.2007

„Aus wenig stets mehr zu machen“, betreibt sie leidenschaftlich

Almuth Wenta, Sommer/2007

Almuth Wenta verantwortet seit 2006 das Fundraising von Amnesty International in Berlin. Vorher war Sie für den Fundraising-Bereich Anlassspenden und Aktionen bei Ärzte ohne Grenzen e. V. tätig.

Sie studierte Publizistik, Germanistik und Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin, arbeitete als freie Journalistin unter anderem für die Ostsee-Zeitung und den Tagesspiegel und machte eine Weiterbildung zum Fundraiser. Aktuell koordiniert Sie auch die Regionalgruppe Berlin des Deutschen Fundraising Verbandes e. V. Sie ist ehrenamtlich als Sterbebegleiterin im stationären RICAM-Hospiz Berlin tätig.

Was ist Ihr persönliches Lebensmotto?
Sed quis custodiet ipsos custodes? (Wer, außer den Wächtern selbst, wacht über die Wächter?)

Was wollten Sie als Kind werden?
Eine schauspielende, kriminalistisch ermittelnde Krankenschwester.

Was würden Sie für das Unwort des Jahres vorschlagen?
„Unterbindungsgewahrsam“ von Wolfgang Schäuble: neuartige Stilblüte der vormals bekannten Vorbeugehaft. Doch wie kann ich etwas unterbinden, was noch gar nicht stattfand?

Welches politische Projekt würden Sie beschleunigt wissen wollen?
Maximale Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements durch öffentliche Boni und Ermäßigungen.

Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
Dem Sportreporter Ha-Jo Seppelt, der sich glaubhaft – auch gegen anfängliche interne Widerstände – für eine kritische journalistische Auseinandersetzung mit dem Thema Doping stark macht.

Wo hätten Sie gern Ihren Zweitwohnsitz?
Im Hinterland auf Usedom.

Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?
Mit meinem Kater Georg bei mindestens gleichbleibender Betreuung.

Ihre Helden in der Geschichte?
Viele, unter anderem Huckleberry Finn, Sepp Herberger oder die zwölf Jünger.

Ihre Helden in der Gegenwart?
Ambitionierte Menschen in der ambulanten und stationären Alten- und Krankenpflege.
Was würden Sie gern auch gegen den Willen einer Mehrheit durchsetzen? Hitzefrei.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Civil Rights Act von 1964. (Das amerikanische Bundesgesetz zur Gleichstellung ethnischer Minderheiten verbot jegliche auf Rasse, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder nationaler Herkunft begründete Diskriminierung in öffentlichen Einrichtungen, in der Regierung und in der Arbeitswelt.)

Worüber können Sie lachen?
Satire und hoffentlich immer über mich.

Wo hört auch bei Ihnen der Spaß auf?
Bei Grenzüberschreitungen; von geschmack- bis niveaulos.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Unbedarfte.

Was sollte einmal über Sie im Lexikon stehen?
„Die Parallelität zwischen der Person und dem Verein Hansa Rostock war verblüffend: Beide haben oft versucht, aus wenig stets mehr zu machen. In einigen Fällen gelang das.“

Die komplette Ausgabe finden Sie in unserem Archiv.

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