01.09.2008
„Held ist man nicht, man wird dazu gemacht.“
Martin Dodenhoeft, Herbst/2008
Dr. Martin Dodenhoeft (51) ist Leiter der Abteilung Kommunikation und Marketing des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und dort auch für das Thema Fundraising verantwortlich. Er studierte Pädagogik an der Hochschule der Bundeswehr in Hamburg, war anschließend im Stab eines Bataillons für die Organisation und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Pressereferent des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. wurde er 1988 und übernahm 1991 als Referatsleiter die Abteilung Werbung mit den Schwerpunkten „Redaktion“ und „Direktmarketing In- und Ausland“. Bekannt ist er ebenfalls als Referent auf dem Fundraisingkongress. Dodenhoeft lebt in Kassel, ist verheiratet und hat zwei Töchter. In seiner Freizeit schreibt er Kriminalromane (siehe Seite 75).
www.volksbund.de
Was ist Ihr persönliches Lebensmotto?
Mit nur einem Motto komme ich leider nicht aus. Darum hier eine Auswahl: Es ist alles multidimensional relativ! Leben und leben lassen! Erkenne Deine Bedeutung und die unserer Welt, indem Du in einer sternenklaren Nacht in den Himmel schaust!
Was wollten Sie als Kind werden?
Old Shatterhand, ein bewunderter Held (bis ich erkannte, dass das nicht so einfach ist – siehe unten).
Was würden Sie für das Unwort des Jahres vorschlagen?
Ich arbeite daran, schließlich ist das Jahr noch nicht um.
Welches politische Projekt würden Sie beschleunigt wissen wollen?
Überwindung von Gewalt und Krieg – in der ganzen Welt.
Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
Sie wissen schon, dass ein Orden nur ein Stück Blech ist – und die Vergabepraxis wohl doch so, dass ein zu Recht Geehrter angesichts der Leistungen anderer Geehrter ins Grübeln kommen muss? Und wie überlebe ich, wenn ich an dieser Stelle nicht meine Frau nenne?
Wo hätten Sie gern Ihren Zweitwohnsitz?
Auf Föhr und falls die mich da nicht wollen, Amrum. Aber da wird mangels „Kleingeld“ eh nichts draus.
Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?
Mit einer jungen, klugen und eigensinnigen Kriminalkommissarin – die soll nämlich die Hauptrolle in meinem nächsten Urlaubskrimi spielen. Und der Verlag ist skeptisch, ob mir ihre glaubwürdige Darstellung wohl gelingt. Alternativ: Mit meinem Chef (damit er sieht, was ich so alles machen muss).
Ihre Helden in der Geschichte?
Ich habe ein echtes Problem mit dem Helden-Begriff – denn Held ist man nicht, man wird dazu gemacht … Vielleicht alle Menschen, die bewusst friedlichen Widerstand gegen Unrecht und Unterdrückung Anderer geleistet haben, Menschen wie Gandhi.
Was würden Sie gern auch gegen den Willen einer Mehrheit durchsetzen?
Hier müsste jetzt schon etwas ganz besonders Bedeutsames stehen …. Da fällt mir gerade nichts dazu ein. Aber die Abschaffung des pseudo-kosmopolitischen Imponier-Englisch aus unserer Alltagssprache würde ich schon gern durchsetzen.
Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Wie es gelang, aus Deutschland nach 1945 eine funktionierende, stabile Demokratie zu machen.
Worüber können Sie lachen?
Ich bin anspruchsloses und dankbares Opfer eines jeden Witze-Erzählers. Am besten gefallen mir skurrile Wortspiele und das Jonglieren mit Mehrdeutigkeiten.
Wo hört auch bei Ihnen der Spaß auf?
Bei rassistischen und anderen Bemerkungen, die Menschen herabsetzen.
Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Fehler, die von tüchtigen, verantwortungsvollen Menschen gemacht werden, die wenig Chance haben, ihre Aufgaben zu delegieren. Und auch, wenn es eine Standardantwort ist: Fehler, die aus Liebe gemacht werden!
Was sollte einmal über Sie im Lexikon stehen?
„Wir wissen auch nicht, warum dieser Mann hier aufgeführt ist. Vielleicht weil er ein Prototyp des halb vergessenen harmlosen Spießbürgers mit Gerechtigkeitsfimmel war.“ Alternativ: „Er wollte doch so gern mal mit einem Mercedes 280 SE Cabrio von 1968, dem letzten schönen Auto dieser Erde fahren – allein, es gelang ihm nicht.“



















