Endspurt: SKala-Initiative schüttet 75 Millionen aus

Susanne Klatten bei der Ankündigung ihrer Initiative 2016

Darum geht‘s: Millionen beantragen, Klatten, Großspende

Die Skala-Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten nimmt noch bis zum 3. März Förderanträge an. Klatten hatte angekündigt 100 Millionen Euro mit Unterstützung der Beratungsfirma phineo an gemeinnützige Projekte auszuschütten. Erste Projekte haben bereits Geld erhalten. Wer noch dabei sein will, muss aber Bedingungen erfüllen.

Als Susanne Klatten letztes Jahr ihre 100 Millionen-Euro-Spende ankündigte, gingen die ersten Projekte bereits in die Startlöcher. Anträge waren jedoch erst seit Anfang des Jahres 2017 möglich. Doch nun wird es langsam eng, wenn man von dem üppigen Spendenkuchen noch ein Stück abbeißen will. Denn nur noch bis 3. März 2017 können Anträge von als gemeinnützig anerkannten Organisationen beim Beratungshaus phineo eingereicht werden.

Vier Themen stehen zur Wahl

Klatten hat sich für ihre Initiative vier Themen ausgesucht für das konkrete Vorhaben eingereicht werden können. Das erste Thema ist Inklusion und Teilhabe, das allerdings nicht nur auf Menschen mit Behinderung abzielt sondern auf die Teilhabe aller Menschen in allen Bereichen des Lebens. Also auch das Engagement von, für und mit Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderungen, sozial Benachteiligten sowie älteren und kranken Menschen. Zweites Thema ist die Kompetenz- und Engagementförderung. Hier geht es um Kinder und Jugendliche die zu lebenskompetenten, selbstbewussten und engagierten Menschen heranwachsen. sollen und für Projekte, die Menschen – unabhängig von Alter und Herkunft – darin befähigen und unterstützen, sich für ein besseres Miteinander einzusetzen.

Drittes Thema ist Generationengerechtigkeit. SKala will hier Projekte fördern, die generationenübergreifend arbeiten. Letztes Thema ist vor allem für international aktive Organisationen interessant, die sich nicht nur um die medienwirksamen sondern die "vergessenen Krisen" kümmern : Dies kann sich in unterschiedlicher Hinsicht äußern. Zum Beispiel das Regionen oder ganze Länder in Krisen vergessen werden, oder das ein bestimmter Sektor der Nothilfe unterfinanziert ist oder eine bestimmte Gruppe der Bevölkerung nicht ausreichend versorgt wird. Allen Förderbereichen ist gemein, dass nicht in wenige ausgewählte, öffentlich präsente "Leuchtturmprojekte" investiert wird, sondern in eine Vielzahl unterschiedlicher Organisationen auch kleineren Typs. Zweifelsohne eine tolle Chance. Doch es gibt auch Bedingungen.

Viele Bedingungen

Neben der Gemeinnützigkeit müssen die Organisationen nachweisen die zehn Gebote der Initiative transparente Zivilgesellschaft einzuhalten. Bis auf die vergessenen Krisen müssen die Projekte ihren Wirkungsschwerpunkt in Deutschland haben. Besonderer Stolperstein dürfte die geforderte Nachhaltigkeit sein. Wer sein Projekt nach der Förderung wieder einstellen muss, hat da keine Chance. Ein ordentliches Projektkonzept und ein Finanzierungsplan, der den Anteil der SKala-Initiative verdeutlicht sind Pflicht.

Die Handschrift von phineo lässt sich auch in den Förderbedingungen ablesen. Die Organisationen müssen sich zur Teilnahme an einem einmaligen Reporting-Workshop und zur jährlichen Berichterstattung nach der Logik des Social Reporting Standard verpflichten. Für das Themenfeld der "Vergessenen Krisen" gibt es noch gesonderte Bedingungen. Baumaßnahmen, Stipendien und Organisationen bei denen phineo im Aufsichtsgremium oder Vorstand sitzt, werden nicht gefördert. Auch Kredite oder zeitlich unbegrenzte Verpflichtungen sind nicht möglich.

Bis 3. März bewerben!

Wer die nächsten zwei Wochen seine Bewerbung noch einreicht, hat also noch Chancen in den Auswahltopf zu kommen. Nach bestandener inhaltliche Vorprüfung und der Einreichung weiterer Daten bleiben etwa 70 Projekte übrig, die im Sommer besucht werden. Die Projekte wählt dann auf der Basis dieser Informationen Susanne Klatten persönlich aus, so dass erst Ende des Jahres feststeht, wer sich über enorme Beträge für den guten Zweck freuen kann. Eine Online-Bewerbung ist noch bis 3. März 2017 möglich.

Text: MD

Foto: Marco Urban/Phineo

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