Fußball-Bundesliga: So spendabel sind die Klubs

Bundesliga-Aktionsspieltag gegen Rassismus und Ausgrenzung.
Aktionsspieltag: 2015 machte sich die Bundesliga stark gegen Rassismus und Ausgrenzung.

Darum geht’s: Fußball, Bundesliga, Spenden, Stiftung

Am Ende der Bundesliga-Saison ziehen Fußballvereine Bilanz. Nicht nur in sportlicher Hinsicht, auch mit Blick auf ihr soziales Engagement: 28 Millionen Euro spendeten die Klubs in der vergangenen Saison – an 450 gemeinnützige Projekte. Mehr als jemals zuvor.

Wenn der Schiedsrichter das letzte Spiel der Saison abpfeift, stehen die Aufsteiger und Absteiger der Bundesliga fest. Oft genug Zeit für unangenehme Wahrheiten und personelle Konsequenzen. Einer jedoch hat am Ende dieser Saison allen Grund zum Jubel: "Dass sich der Profifußball immer stärker für die Gesellschaft einsetzt, ist eine gute Nachricht", freut sich Fritz Pleitgen. Diese gute Nachricht kann der Vorsitzende des Kuratoriums der Bundesliga-Stiftung auch mit handfesten Zahlen untermauern.

28 Millionen Euro – soviel hat der deutsche Profifußball in der vergangenen Saison für gemeinnützige Projekte ausgegeben. Insgesamt 450 Initiativen unterstützten die 36 Klubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga sowie die Bundesliga-Stiftung und die verschiedenen Spielerstiftungen in der Spielzeit 2015/2016. Damit hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) ihr Engagement deutlich ausgeweitet: Noch vor drei Jahren, in der Saison 2012/2013, flossen lediglich 20 Millionen Euro in dann 318 Projekte.

Vor allem Kinder und Jugendliche profitieren

Die Zahlen stammen aus einer Studie, die das Forschungs- und Beratungsunternehmen Nielsen im Auftrag der DFL durchgeführt hat. Untersucht wurde ausschließlich das freiwillige gesellschaftliche Engagement im Sinne von "Corporate Social Responsibility". Vorgeschriebene Maßnahmen, wie die Fanarbeit der Klubs, berücksichtigt die Studie ebenso wenig wie ökologisches Engagement oder Aktivitäten, die auch kommerziellen Interessen dienen. Auf der Seite der Bundesliga Stiftung können Interessierte die Studie herunterladen.

Durch die Projekte der Klubs wurden demnach 1,1 Millionen Menschen gefördert, darunter 825.000 Kinder und Jugendliche. "Die Studie belegt, wie gut sich der Großteil der Klubs in den vergangenen drei Jahren weiterentwickelt hat", sagt Nielsen-Berater Fabian Hedderich. Das aus seiner Sicht vielleicht wichtigste Ergebnis: "Das Wachstum der Investitionen in gesellschaftliche Projekte kann mit der Umsatzentwicklung im Profifußball Schritt halten." Angesichts der mehr als eine Milliarde Euro, die in den beiden Ligen an Gehältern gezahlt werden, ist da allerdings noch Luft nach oben.

"Die Bundesliga wirkt wie sozialer Klebstoff"

"Ich betrachte die Bundesliga-Stiftung nicht als Heilsarmee der Nation", sagt Kuratoriumsmitglied Pleitgen dazu. "Aber sie kann wirklich Chancen schaffen." Das Engagement der Klubs passt seiner Einschätzung nach zur gesellschaftlichen Aufgabe, die der Fußball übernommen hat. "Während andere Einrichtungen wie Parteien, Gewerkschaften und Kirchen viele Mitglieder verloren haben, erhalten Bundesliga und 2. Bundesliga mehr und mehr Zulauf. Sie bringen Menschen zusammen und wirken wie sozialer Klebstoff."

Wer bei der Bundesliga-Stiftung eine Projektförderung beantragen möchte, kann das Formular direkt online ausfüllen. Neben Sportangeboten fördert die Stiftung auch Projekte aus den Bereichen Bildung, Erziehung, Völkerverständigung und Kriminalprävention, sofern sie den Richtlinien entsprechen.

Text: Peter Neitzsch
Foto: DFL Deutsche Fußball Liga

 

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