Abspecken auf Schalke – Fußballfans trainieren im Lieblingsclub

Fitnessprogramm mit der Bundesliga
Das Runde muss weg: Fitnessprogramm mit der Bundesliga

Darum geht's: Stiftung Deutsche Krebshilfe, Fußball, Bundesliga, Schalke 04

Die Stiftung Deutsche Krebshilfe hat übergewichtige Männer im mittleren Alter als gesundheitsgefährdete Zielgruppe ausgemacht und setzt deshalb auf ein Programm, das in Schottland schon ein voller Erfolg ist: abnehmen im Profifußballverein. Auch in Deutschland sind bereits einige Bundesliga-Clubs dabei.

Am Wochenende ist bei vielen Fußball angesagt. Blöd nur, dass sich die körperliche Betätigung oft auf den Griff in die Chipstüte beschränkt, während aus dem Fernseher die Sportschau flimmert. Wer ins Stadion geht, um seinen Verein zu unterstützen, kommt zwar immerhin von der Couch runter, futtert aber meist Bratwurst und Fritten vom Kiosk. Ganz schnell ist dann das Runde nicht mehr nur auf dem Rasen zu finden, sondern auch beim Blick in den Spiegel.

Mit dabei: Clubs der ersten und zweiten Bundesliga

Die Stiftung Deutsche Krebshilfe hat deshalb zusammen mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel das Programm „Fußballfans im Training“ (FFIT) ins Leben gerufen. Männliche Fußball-Anhänger zwischen 35 und 65 Jahren, die einen Bauchumfang von mindestens 100 Zentimetern haben, sollen sich mehr bewegen und nachhaltig abnehmen. Die Idee dahinter ist, gezielt Männer, die in der Regel einen großen Bogen um Salatteller und Fitnessstudios machen, mithilfe ihres liebsten Hobbys zu einer gesünderen Lebensweise zu animieren. Denn inzwischen weiß man, dass ungefähr die Hälfte aller Krebserkrankungen durch zu wenig Bewegung, schlechte Ernährung, Rauchen und zu viel Alkohol entsteht. Gekickt wird bei FFIT nicht in der Turnhalle nebenan, sondern direkt im Herzen, sprich auf den Anlagen des Lieblingsvereins der ersten und zweiten Bundesliga.

Zusammenarbeit mit der Uni Glasgow

Derzeit machen der FC Schalke 04, Bayer 04 Leverkusen, RB Leipzig, Eintracht Braunschweig und der 1. FC Nürnberg mit. Die Workshops liefen in der Rückrunde 2016/17 erstmals in Deutschland. Über Pressemitteilungen, regionale Radiobeiträge, Facebook und die Internetseiten der Clubs sowie Aufrufe und Interviews in der Halbzeitpause bei Heimspielen soll die Zielgruppe angesprochen werden.

In Schottland schwitzen schon seit 2010 „Football Fans in Training“. Hier helfen mittlerweile 30 Vereine mit, darunter alle Profi-Clubs, ihre übergewichtige männliche Anhängerschaft fit zu kriegen. Das Programm wird von der Universität Glasgow begleitet, die Ergebnisse werden in einer wissenschaftlichen Studie festgehalten. Der Erfolg ist nachhaltig, nicht selten treiben Teilnehmer sogar nach dem Workshop weiterhin gemeinsam Sport. Inzwischen gibt es sogar regelmäßig FFIT-Turniere.

Das Runde muss weg – Training auf dem heiligen Rasen

90 Minuten – klar – dauert eine Trainingseinheit; es gibt einen theoretischen Teil, natürlich stilecht mit Taktiktafel, und einen Praxisteil, alles in lockerer Atmosphäre, bei der jeder sein eigenes Tempo bestimmen darf. Das zwölfwöchige Programm ist kostenlos. Um die Teilnehmer ganz nah an ihren Verein heranzubringen, wird dabei auch mal zwischen den Sitzreihen der Fantribüne gejoggt, an der Bande entlanggedribbelt und Kniebeugen auf dem heiligen Rasen absolviert. Betreut werden sie von lizenzierten Trainern und Sportwissenschaftlern, die in den Vereinen tätig sind. „Unser Ziel ist es jetzt erst einmal, über drei Jahre das Projekt aufzubauen und in so vielen Vereinen wie möglich zu etablieren und es dann möglicherweise langfristig selbstständig laufen zu lassen“, sagt Projektleiter Benjamin Pietsch. Denn das Runde muss nicht ins Eckige, sondern weg.       

Text: Ute Nitzsche
Foto: Pascal Amos Rest

Der Text ist in der Ausgabe 2/2017 des Fundraiser-Magazins erschienen.

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